3. März 2017

Wettbewerb in der Wasserwirtschaft – Wird Europa “Open Water” folgen?

Ab April 2017 werden Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in England die Möglichkeit haben ihren Wasseranbieter frei zu wählen. Vor der Initiative “Open Water” war dies nur für Nicht-Haushaltskunden möglich, welche einen Verbrauch von mehr als 5. Mio Litern aufweisen können.

Dies ist in Schottland schon seit 2008 der Fall, wo bereits 130.000 Nicht-Haushaltskunden ihren Wasserversorger gewechselt haben. Scottish Water ist jedoch der einzige schottische Wasserversorger, der dazu noch die Wassergewinnungsanlagen und Netze betreibt und somit einen klaren Vorsprung im Vergleich zu der Konkurrenz hat. Nun befindet sich auch die Wasserwirtschaft von England und Wales im Wandel. Wie Schottland neun Jahre zuvor müssen sich nun beide den Herausforderungen des Wettbewerbs stellen. Für Wales soll es in der Zwischenzeit eine Sonderregelung geben: der Verbrauch ist noch immer das entscheidende Kriterium, die Grenze liegt diesmal aber bei 50 000 m3.

Wettbewerbsfähigkeit durch hervorragenden Service und technologischen Vorsprung

Wichtig zu erwähnen ist die Tatsache, dass englische Wasserversorger ihre Preise nicht vollkommen frei festlegen dürfen. Die Obergrenze für den Wasserpreis wird hierbei von der OFWAT (Regulierungsbehörde für die Wasserwirtschaft in England und Wales) vorgeschrieben. Englische Wasserversorger stehen daher unter großem Druck, unter einem fixierten Preis effizienter zu werden, um letztendlich mehr Gewinn zu erwirtschaften. Darüber hinaus müssen sie mittels einzigartigem Produkt- oder Serviceangebot den Endkunden von einem Anbieterwechsel überzeugen können. Mit der gezielten Einsetzung von neuen Technologien und smarten Produkten wie WATERLOO ist beides möglich. Eines ist sicher: Für innovative Produkte, die für die Wasserwirtschaft zugeschnitten sind und Lösungen für die heutigen Herausforderungen bieten, stellt  “Open Water” eine einzigartige Chance dar, sich auf dem englischen Markt zu etablieren.  

Ist Europa für den Wettbewerb in der Wasserwirtschaft bereit?

Europaweit reagiert die Öffentlichkeit meist sehr skeptisch, wenn es um das Thema Wasser geht. Es ist nicht lange her, dass die Europäische Bürgerinitiative Right2water für Unruhe sorgte. Wasser ist ein Menschenrecht, hieß es damals und die Wasserwirtschaft sollte von der EU-weiten Liberalisierungsagenda ausgeschlossen werden. Die Initiative wurde am 10. Mai 2012 registriert und sammelte bis Ende Oktober 2013 insgesamt 1.659.543 gültige Unterschriften, gesponsert vom Europäischen Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst.

In Österreich herrscht am Strom- und am Erdgasmarkt bereits starker Wettbewerb. Nicht nur Unternehmen, sondern auch Haushalte können den Anbieter frei wählen. Die Liberalisierung dieser Märkte erfolgte ebenfalls auf Initiative Großbritanniens. Es bleibt nun abzuwarten, ob die Liberalisierung der Wasserwirtschaft in England, Wales und Schottland  eine Veränderung in der Grundeinstellung anderer europäischen Länder hervorrufen wird.

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